Bitte Zweikanalton – oder warum ich Sandra Maischberger nicht mehr leiden kann

Ich kann Sandra Maischberger nicht mehr leiden, weil sie mir mit ihrer unterirdischen Kommentierung der Eröffnung der olympischen Spiele in Peking fast den Spaß verdorben hätte. Ich frage mich immer, ob solche Ereignisse nicht auch in Zweikanalton möglich wären, damit man dieses mit “erhoben Zeigenfinger Gelaber” und das Kalauern einfach ausblendet und nur den Originalsound aus dem Stadion hört.

Ich frage mich ebenfalls, ob es zum öffentlich-rechtlichen Auftrag gehört, mir Tibet zum tausendsten Mal und die Uiguren zum zweihundertsten Mal unter die Nase zu reiben. Wer bis jetzt noch nichts davon gehört hat, der wird es durch die Betroffenheits-Bits von Sandra Maischberger auch an diesem Abend nicht lernen. Ich kann meine eigenen Schlüsse ziehen, das habe ich auch. Ansonsten wollte mich aber dem Spektakel hingeben und es genießen.

Die Welt ist schlecht. Sandra Maischberger hat sie heute aber leider um keinen Deut besser gemacht.

PS: Wer echten Citizen Journalismus erleben möchte, der kann meinem Freund Robert Scales folgen.

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9 Responses to “Bitte Zweikanalton – oder warum ich Sandra Maischberger nicht mehr leiden kann”


  1. 1Matthias

    Die Kommentare hörten sich manchmal so unvorbereitet an. Wenn sie z.B. die englischen Ländernamen “auf deutsch” vorgelesen hat. Oder immer dieses “War das jetzt ein politischer Protest?”

    Allerdings fand ich die Zeremonie nicht so toll. Klar, die Kampfsportler, die sich perfekt synchron bewegt haben, haben mir imponiert. Aber ansonsten war es irgendwie nicht sehr emotional…

  2. 2Marv

    Ich kann mich da auch nur anschließen… einfach nur peinlich. Zeitweise wollte ich den Ton ganz abschalten, um dieses dumme Gerede nicht anhören zu müssen.

  3. 3Mario

    Maischberger war das Letzte!!! Für solche Kommentare zahlen wir noch Fernsehgebühren.

  4. 4Thomas

    Siggi Heinrich hat auf Eurosport, wo ich allerdings erst gegen Ende des Nationeneinmarschs hingestaltet habe, die Chinesen dann fast zu Heiligen Erhoben. Also das Gegenteil. Vor allem ist er dermaßen ins politische abgedriftet und konnte fast nicht mehr aufhören zu labern. Das war also auch nicht besser…

    Übrigens: sollte nicht ein Wal irgendwo hin projiziert werden, oder hatte der Koreaner damals die Abschlussfeier-Probe gefilmt? :-)

  5. 5Ralf Hind

    Da sollte halt absolut nichts schief gehen. Die anti-chinesische Kampagne der Medien läuft seit Wochen, die ARD wollte nichts dem Zufall überlassen. Zwei einfache Sportredakteure das Geschehen kommentieren lassen? Da musste schon eine Kommentatorin vom Format Maischberger ran, damit der Zuschauer weiß, was er zu denken hat – ziemlich durchsichtig.

    Plump und Unwissend präsentierte sich Maischberger – das war schlimm und unerträglich. Maischberger wurde zum Opfer der hiesigen Medienpropaganda; auch deshalb war ihr Auftritt so peinlich.

  6. 6Rainer Mohr

    Ich habe bisher eine ganz gute Meinung von Frau Maischberger gehabt, aber was sie zu der Eröffnungsfeier in Peking abgeliefert hat, war niveauloser und staatshöriger Journalismus. Sie hat Proteste regelrecht herbeigebetet. Leute ihres Types liefern die ideologische Vorbereitung zur Schaffung neuer Konflikte.
    “Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.” Ganz schön tief ist Sandra Maischberger gesunken.

  7. 7Dennis

    Was mir die Olympischen Spiele eher verleidet ist das gefälschte Feuerwerk, die falsche Sängerin und die gefakten Jubler. Warten wir mal ab, bis die ersten Goldmedaillen aufgrund gefakter, ähm, gedopter Muskeln aberkannt werden. Aber gottseidank haben die Russen (oder warens die Georgier?) für etwas Abwechslung in der TV-Berichterstattung gesorgt.

    PS: Wer Zynismus fidnet, darf ihn behalten.

  1. [...] Zum Kommentar im deutschen Fernsehen. Post a comment | Trackback [...]

  2. [...] franztoo.de, Franz Patzig: “Ich frage mich ebenfalls, ob es zum öffentlich-rechtlichen Auftrag gehört, mir Tibet zum tausendsten Mal und die Uiguren zum zweihundertsten Mal unter die Nase zu reiben. Wer bis jetzt noch nichts davon gehört hat, der wird es durch die Betroffenheits-Bits von Sandra Maischberger auch an diesem Abend nicht lernen. Ich kann meine eigenen Schlüsse ziehen, das habe ich auch. Ansonsten wollte mich aber dem Spektakel hingeben und es genießen.” [...]

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