Durian – I habe es getan
Durian – meine erste Begegnung mit ihr hatte ich vor 15 Jahren während eines Urlaubs auf Bali. Im Januar, genau gesagt am 4. Januar. Ich kann mich so genau erinnern, weil man sie mir zum Geburtstag geschenkt hatte.
Der Geruch ist unbeschreiblich: Erdbeeren und Kiwi gemischt mit der süßlichen Note von verrottenden Zwiebeln und einer gehörigen Portion Abflussrohr. So war es für mich, allerdings empfindet jeder den Geruch unterschiedlich.
Das Gleiche gilt für den Geschmack. Der eine liebt ihn, der andere hasst ihn und es gibt nichts dazwischen. Ich war schon fast versucht meine Regel, nämlich alles zu probieren, zu brechen. Aber ich blickte in die erwartungsfrohen Augen von Balinesen, dem sanftesten und freundlichsten Volk der Welt. Dazu ist die Durian sehr teuer (der Stamina-Legende sei Dank) und so probierte ich.

photo bei Tawei Sensei – thanks for sharing
Selten so gekotzt, selten von einem einzigen Bissen so ein Ekelgefühl und besonders Würgereiz bekommen. Das sanfteste Volk der Welt hat jetzt besonders milde gelächelt. Ich fühlte mich einfach nur furchtbar elend und allein der Gedanke an den Geschmack hat mich wieder und wieder spucken lassen.
Von da an wurde auch das Motorradfahren durch die atemberaubende Landschaft teilweise zur Qual, denn Durians werden, wie anderes Obst, an kleinen Ständen an der Strasse verkauft. Man kann sie ungefähr 500m weit riechen (kein Scherz) und es gab dann nur eine Möglichkeit: Atem anhalten, Vollgas geben und durch.
In den folgenden Jahren liess dann das Ekelgefühl in hömopathischen Dosen nach. Ich kann jetzt in die Nähe von Durians kommen ohne dass sich mein Magen selbstständig macht. Vor Jahren bin ich mal einer in der Lebensmittelabteilung vom KaDeWe begegnet, dann in einem Thai Restaurant in China. Eins ist geblieben: Mein Apetit ist sofort weg und ausreichend Abscheu ist immer noch vorhanden.
In der Nacht meines Geburtstages hat mir übrigens noch ein Gecko, der unter dem Dach unserer Hütte wohnte, ins Gesicht geschissen. Wenn ich die Wahl zwischen Gecko und Durian hätte – ich würde mich immer für den Gecko entscheiden…
Weitere Infos und gibt es bei Notizen für Genießer und bei donvanone, das ganze via Robert.
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Ich habe vor Jahren mal in einem großen Asia-Laden in Frankfurt-Höchst eine solche Frucht gesehen. Da dort aber alles auf Koreanisch (oder so) beschriftet war, wußte ich bis heute nicht, welche Frucht dies war. Sie sah mir nach einer Riesen-Litschi aus.
Mir reichen schon die Gecko-Bugs im Firefox (dieser Kalauer mußte sein).
Danke für dieses humorvolle und toll geschriebene Posting. Ich werde dann wohl doch in diesem Leben die Durian nicht testen. Aber von Gecko-Scheisse halte ich auch fern
Da musste ich dann doch lachen. Zum Glück gabs das Ding in Indien nicht, sonst hätte ich es auch probiert. Geckos gabs allerdings, wobei ich die ja ehr niedlich finde und so praktisch gegen Insekten.