BarCamp – back to the roots

BarCamp – wohin gehst du?

Werbeblogger Patrick Breitenbach schreibt sehr kritisch über seinen Besuch beim BarCamp Hamburg, was mir sehr zu denken gibt. Ich war selbst in Hamburg nicht anwesend, kann und möchte mir aus diesem Grund kein Urteil anmaßen . Dennoch spricht Patrick generell wichtige Punkte an, die ich sehr gut nachvollziehen kann und die als Richtschnur für die Zukunft dienen MÜSSEN.

Ich fände es sehr schade, wenn diese noch sehr junge, aber ungeheuer produktive Form des Austauschs so schnell totgeritten wäre.

Wir werden für Köln jedenfalls wieder versuchen, auch die vielen Schnittmengen der neuen Entwicklungen im Web zu beleuchten und auch wieder themenspezifisch unterwegs sein (Einladung von Creative-Commons, Journalisten-Diskussion, Polizei und Web 2.0 und Security Themen). Eine Verkaufsshow werden wir nicht dulden und ich hoffe, dass die Teilnehmer auch konsequent mit den Füssen abstimmen. Der Spirit muss erhalten bleiben.

Nochmal: Ich will hier nicht die Leistung und den Einsatz der Hamburger Organisatoren schmälern oder sie gar angreifen, kann ich auch gar nicht. Sie haben wochenlang hart gearbeitet, dass die Veranstaltung überhaupt stattfinden konnte. Es geht hier einfach um grundsätzliches.

PS: Danke Patrick für diesen Beitrag!

Update: Die andere Perspektive und 1000 Links gibt es bei Robert. Auch das darf man auf keinen Fall vergessen. Und wie mir meine Spione gesagt haben, war es ansonsten super. Ich wäre auch gerne da gewesen!

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17 Responses to “BarCamp – back to the roots”


  1. 1Patrick Breitenbach

    Hallo Franz,

    bitte nicht meine subjektive Meinung auf das gesamte Barcamp anwenden. Kann gut sein, dass der Großteil das so spannend und okay fanden. Nur für mich persönlich war es insgesamt too much. Ich möchte den anderen aber dadurch nichts madig machen. Die Orga kann da auch überhaupt nichts dafür, die haben es nur gut gemeint.

  2. 2sven

    Keine Panik.
    Das war keine Verkaufsshow.

    Auf der Abschluss-Session konnte man hören, wie unterschiedlich die Teilnehmer das Barcamp erlebt haben.

    Da war überhaupt nicht die Rede von Verkaufsshow, Ausverkauf und hastenichtgesehen, im Gegenteil.

  3. 3Franz Patzig

    Nein, das möchte ich auch nicht. Aber die Diskussion ist wichtig. Ich habe eben lange mit Nicole Simon telefoniert . Wir sind uns in vielen Punkten einig.

    Es gibt einige Sachen, die nicht so laufen, wie ich das gerne hätte und die habe ich in Deinem Beitrag wiedergefunden. Die Orga kann nichts dafür – und wie Nicole sagt – die Organisation und die Teilnehmer, die Qualität der Sessions und insbesondere deren Vorbereitung, werden vermischt. Letztlich leben BarCamps von den Teilnehmern. Da muss sich was tun (es gibt da einiges zu optimieren) und wir werden versuchen dies in die Richtung zu lenken, die wir für richtig halten.

  4. 4Franz Patzig

    @ Sven

    Das habe ich auch nicht gesagt – es gibt jedoch Tendenzen (auch schon vor Hamburg), was allerdings nur ein Aspekt ist.

  5. 5Franz Patzig

    PS: Nicole hat es übrigens gut gefallen, sie wird auch noch selbst darüber schreiben.

  6. 6Andreas Dittes

    vielleicht sollte man an zentraler stelle diese diskussion mal richtig ausrollen. ich fände es sehr schade, wenn man neuen und interessierten leuten den zugang zu der veranstaltung erschweren würde.

    sicher haben barcamps einen gewissen anspruch, aber ich glaube, dass der größte anspruch sein sollte, eine plattform für effektiven wissenstausch zu schaffen. und zwar nicht als elitäre veranstaltung, sondern auch und vor allem offen für interessierte.
    das heißt nicht, dass es keine tiefgehenden sessions geben soll – im gegenteil.

    ich denke der ansatz von patrick ist hier ganz interessant. vielleicht sollte man wirklich eine hardcore veranstaltung bieten für die, die eh schon alles kennen und eine etwas seichtere für die, die sich interessieren, aber keinen zugang finden.

    im wiki haben wir (neben der feedback-runde) eine seite für solche punkte eingerichet: http://barcamp-hamburg.de/Feedback

  7. 7Franz Patzig

    Andreas: Genau das möchte ich. Und Nicole, deren Urteil ich sehr schätze auch. Wir sind uns einig, weil wir beide eben das amerikanische System kennengelernt haben, dass es da in Deutschland noch etwas Nachholbedarf gibt. Nicole kann das noch viel besser einschätzen, weil ich niemand kenne, der auf mehr Konferenzen und Unkonferenzen geht als sonst jemand den ich kenne. Natürlich, es gibt immer Veränderung, auch bei BarCamps aber deshalb kommen wir jetzt an einen Punkt, wo man einmal reden muss.

    Zum Beispiel über Leute, die nicht erscheinen obwohl sie angemeldet waren (Bsp. Franfurt 40!) und somit anderen, die gerne gekommen wären, die Plätze wegnehmen. Firmen die alles voll mit ihren Stickern kleben oder Werbematerial verteilen, obwohl sie keine Sponsoren sind. Was soll das?

    Schlecht vorbereitete Sessions, Überziehungen (als Regel) usw, usw. Da haben wir Optimierungsbedarf.

    Ihr habt ein klasse Veranstaltung auf die Beine Gestellt, davor habe ich große Achtung, denn ich weiss was es an Arbeit bedeutet. Mitmachen muss sehr viel wörtlicher genommen werden, und das ist es, was Nicole, ich, du und jeder der e s verstanden hat forcieren möchte.

    Ich fände etwas mehr Konzentration auf das Wesentliche wichtig und ich denke, das ist zu bewältigen.

  8. 8Andreas Dittes

    ok, das stimmt natürlich. wobei ich nicht denke, dass man so ein bc-london einfach in deutschland machen könnte, dazu sind die leute hier zu unterschiedlich.

    vielleicht sollte man einfach die bedingung stellen, dass nichtsponsoren keine giveaways geben dürfen. also ein angepasstes regelwerk für deutsche barcamps.
    die frage ist, wie man mit denen umgeht, die sich nicht daran halten. in der session kam der vorschlag z.b. eine art pfand zu verlagen von den tn um die motivation zu erhöhen, auch wirklich zu kommen bzw. sich rechtzeitig abzumelden.

    any ideas?

  9. 9Patrick Breitenbach

    Vorsicht, ihr bewegt euch schon wieder auf den Pfaden einer klassischen Konferenz, bei der alles durchorganisiert ist. Der Charme des allerersten barcamps war tatsächlich auch das Chaos, welches sich wirklich selbst organisiert hat. Das Vorbild in den USA funktionierte genauso. Selbst das Essen wurde selbst organisiert. Je mehr Reglementierung desto eher ist man wieder auch im steifen Kontext angeheimatet. Verzichtet man also auf das ganze Sponsor-TamTam, muss man sich über solche Sachen jetzt auch keinen Kopf machen. Ich sage nur K.I.S.S.!

    Wenn man die Tür zu Sponsoren aufmacht, hat man eben auch diese unschönen Sideeffects.

    Just my 2 Cents.

  10. 10Franz Patzig

    Bei den Give-Aways habe ich einfach auf gute Erziehung gehofft. Die Sponsoren mit denen ich zu tun hatte, habe sehr höflich gefragt, ob es überhaupt okay ist, auf einer Open-Source ähnlichen Veranstaltung ein paar Flyer oder ähnliches auszulegen. Wie ich mit denen umgehen werde: 1) höflich darauf aufmerksam machen 2) rausschmeißen.

    Das mit dem Pfand halte ich für nicht praktikabel Wir werden weiter appellieren und uns die Teilnehmerliste genau anschauen. Leute, die sich beispielsweise nicht in die Google Group eintragen, werden auch nicht in die Teilnehmerliste kommen. Nicole hatte auch noch ein paar schöne Ideen.

    Robert wollte sich nach dem BarCamp Frankfurt übrigens per Mail mit denjenigen auseinandersetzen, die nicht kamen. Vielleicht sollte man das auch mal öffentlich tun. Ich weiss es noch nicht. Vielleicht auch: Eintrag ins Klassenbuch und von der nächsten Veranstaltung ausschließen.

    Die Kosten für “no-shows” lagen in Köln bei Knapp 800 Euro, was einen gewaltigen Teil des Budgets ausmachte. Ich will das einfach nicht mehr.

  11. 11Franz Patzig

    Sorry Patrick, mein Spamfilter mag Dich und Dittes nicht.

    Was Du sagst, wie es ursprünglich in den USA war und immer noch ist: das will ich bewahren, bzw. wieder dorthin. Ich hatte das Glück mit einem der Organisatoren von BarCamp #1, das BarCamp Shanghai zu organisieren (zeitgleich mit Berlin übrigens). Und dort habe ich gesehen, was den Spirit ausmacht und habe immer versucht das weiterzuvermitteln (mit kleinen Anpassungen an die deutsche Seele:). Du hättest das Gemecker über die Sessionlänge mal hören sollen – 1 Stunde war den meisten zu kurz. Deswegen haben wir dann auch in Frankfurt die 30 Minuten durchgesetzt.

    Die Amerikaner haben bestimmt eine andere Kultur, nicht alles gefällt mir. Aber so wie dort gearbeitet wird, das gefällt mir. Ich will bestimmt keine klassische Konferenz.

  12. 12Franz Patzig

    Hier noch ein Screenshot aus einer Unterhaltung mit Irina Slutsky von Geek Entertainment TV. Nicht ganz ernst gemeint :D

    http://franztoo.de/irina.png

  13. 13OliverG

    Also den Aufkleberverteilern aus Ffm hab ich beim BC HH mal in ner stillen Ecke die Beichte abgenommen. (Denen wie mir war nicht *ganz* klar, was in Ffm gsponsert war. Ich hab es erst beim Zahlen mitgekriegt ;))

    Und ansonsten würd ich da auch auf Kinderstube setzen. Z.B. war einer aus HH genervt dass seine MItarbeuter die Umschläge mit betazugängen einfach auf den Tisch gelegt hatte. Er wollte die individuell verteilen und nicht den Eindruck erwecken, Sponsor zu sein.

    Und wenn jemand in Sessions geht, die Firmennamen als Titel tragen –hm–. (Die Saft/FRosta session war IMO z.B. OK.) Ich jedenfalls hab keine Pitches gehört in HH.

    Und um es auch noch mal zu sagen: Zu sagen: Ich wollte mehr über Technik hören, das geht nicht, spätestens wenn es am Sa zu wenig Technik war, kann man am So was anbieten. Es müssen ja keien Präsis sein sondern dürfen geren ‘Round Tables’ sein.

    Ggf. muss man (wie bei der Frage “Wer hat heute das Bier bezahlt”) in der Kulturfrage ebenfalls etwas offensiver kommunizieren. Also z.B. die “Regel” ‘if this is yur first barcamp you must present’ offensiv kommunizieren.

    IMO lagen die Schwachpunkte von HH an dingen, dei In Nbg und FFm besser liefen: Gemeinsames Frühstück, gemeinsamer Beginn z.B.

    IMO MUSS ich nicht (zeitfressende und frühstückverzögernde) Kieztouren machen, wenn ich auf n Barcamp fahre. Wer Städtereise machen will soll nen tag früher kommen oder länger blieben. Ich will mit den BC-Leuten zusamen sein.

    Disclosure & Pitch: ich bin grade an 2 Barcampplanungen in noch-nicht-Camporten involviert. Beide deutlich südlich des Mains ;) Wer mitmachen will: og ät carpe com

  1. [...] im Vordergrund stand. Siehe Diskussionen: Barcamp Hamburg: Abschied der Avantgarde? (Werbeblogger) BarCamp – back to the roots (franztoo) Barcamp und Kommerz (Verwandt-Blog) Avantgarde: Die richtige Mischung aus Beginners und [...]

  2. Die Kommerzialisierung der Barcamps

    Wohin gehen die nächsten Barcamps? Diese Frage wirft Patrick in seinem Weblogeintrag Barcamp Hamburg: Abschied der Avantgarde? auf. Und die Frage verhallt nicht ungehört. Um es auf den Punkt zu bringen: Wie viel Kommerz verträgt ein Barcamp? Dabei geh…

  3. [...] und Wider”. Sehr interessante und lesenswerte Artikel dieser Kontroverse gibt es bei Robert, Franz und Patrick [...]

  4. [...] … evtl. sogar mit Präsi … we’ll see. Bis dahin Infohierund hier sowie wichtige Diskussion . AV-Impressionen der letzten [...]

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