Free

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Zum wiederholten mal startet gerade eine Diskussion über Monetarisierung von Blogs, ausgehend diesmal von Basic Thinking, das nach Roberts Verkauf von einem kleinen Team von Redakteuren betreut wird – und das sehr professionell und erfolgreich. Man kann den Content dort mögen oder nicht – das spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle.

Dort hat man beschlossen, den Feed zu kürzen, damit mehr Leser diekt auf die Seite kommen und dort dann für  Klicks auf Werbung sorgen sollen. Versuche Werbung im Feed zu schalten erwiesen sich als nicht ausreichend (10€ am Tag). Obgleich ich die Lösung eines gekürzten Feeds auch für suboptimal halte, kann ich die Entscheidung nachvollziehen.

Liest man sich allerdings die Kommentare durch, wollen gleich wieder eine ganze Menge Leser der Seite den Rücken kehren. Die Reaktionen finde ich beschämend. Guter Content ist scheinbar nichts wert. Allerdings frage ich mich dann auch, warum er gelesen wird.

Ich kann mit zum Glück leisten, mein Blog ohne jegliche Werbung zu finanzieren. Das ist eine bewusste Entscheidung, besonders auch weil ich dadurch anderen freien bzw. Creative Commons lizensierten Content zu nutzen und auch mal ein paar Wochen nichts zu schreiben, wenn ich gerade was anderes zu tun habe. Mein Blog ist alles andere als professionell und ich liebe die Unabhängigkeit von irgendwas und irgendwem.

Trotzdem denke ich, dass Blogs, die professionell betrieben werden auch eine Einahmequelle haben sollen, wie das bei anderen Medien auch der Fall ist. Wer nicht bereit ist Werbung über sich ergehen zu lassen, könnte aber auch mit sozialer Währung bezahlen. Mir schwebt da z.B so etwas wie anonymisierte Teilnahme an Umfragen vor. Wer mitmacht, bekommt den vollen Feed zu lesen. Die Daten lassen sich wunderbar verkaufen. In diese Richtung sollte man mal weiterspinnen und vielleicht könnte man das in einem größeren Zusammenhang sehen, in einem Verbund mehrerer Blogs und/oder Seiten. So kämen Interessierte an Daten und der User hätte die für die Leistung anonym eine Gegenleistung erbracht. So wäre allen gedient.

Diejenigen die keine Gegenleistung erbringen wollen, sollen sich eben trollen.

Siehe auch YuccatreePost und André Vatter

Photo: TheAlieness GiselaGiardino²³ cc-by-sa

7 Responses to “Free”


  1. 1Oliver

    Ich nehme mich da nicht aus. Gekürzte Feeds sind Schrott und werden von mir nicht abonniert. Punkt. Schade ist, dass das Team um BT keine Fantasie hat, seinen “aufwendigen” Betrieb zu finanzieren. Das ist beschämend.

  2. 2Franz Patzig

    Wärst du aber bereit, irgendeine Gegenleistung zu bringen? Ich nehme an ja.

  3. 3Torsten

    Ein Problem ist wohl: basicthinking war immer eine Sammlung des Belanglosen. Kein primäres Informationsmedium sondern ein Nebenkanal mit unwichtigen Infos, die stimmen können oder auch nicht.

  4. 4Franz Patzig

    @Torsten Das stimmt natürlich. Ich glaube aber, die Reaktionen wären bei jedem anderen Blog ähnlich gewesen.

  5. 5bycan

    Ich finde den Schritt richtig. Denn die Werbung ist nunmal die (vermutlich) einzige Einnahmequelle und wenn sich schon andere die Mühe machen Informationen für uns (die Leser) aufzubereiten, sollen sie dafür auch durch Werbung an ihr Geld kommen.

    Ich kann aber auch den Standpunkt der Verfechter verstehen. Bei mir ist es auch so: Ich lese morgens im Zug auf meinem Pré die ganzen RSS-Feeds. Müsste ich bei interessanten Artikeln immer die Seite laden, wäre mein UMTS-Volumen sehr schnell verbraucht. Es müsste einfach eine bessere Möglichkeit für Werbung in RSS-Feeds geben als AdSense unter dem jeweiligen Artikel…

  1. [...] Franz Patzig meint: [...]

  2. Fullfeeds, Gewalt und eine Skizze des “Zweiten Markts”…

    Warum die Blogger nicht viel anders ticken, als Verleger, warum die radikalen Netzapologeten nicht radikal genug denken, warum Information kein Angebot mehr ist, sodern vor allem ein Nachfrager und warum Google der Robin Hood der Aufmerksamkeit ist. De…

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