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Was ist eigentlich BarCamp?

Posted on Feb 13, 2007 by Franz Patzig


Kleines Vorwort: Das ist hier Work in Progress. Ich nehme gerne Anregungen und Ergänzungen auf und beantworte Fragen. Es ist so lange nicht vollständig, das weiss ich. Der Text darf frei verwendet werden, ich würde aber derzeit eine Verlinkung vorschlagen, da er noch bearbeitet wird.

Die Entstehung und (noch kurze) Geschichte der BarCamp Bewegung.

Tim O’Reilly (O’Reilly Verlag) veranstaltet seit 2003 jedes Jahr ein sogenanntes Foo Camp. Zu dieser Veranstaltung wird ein exclusiver Kreis von Internetdenkern und Erfindern zu einem Wochend-Brainstorming eingeladen. Kein festgelegter Zeitplan, keine Struktur, Zelten – Austausch in einer Atmosphäre, die kreativitätsfördernd ist.

Im Jahr 2005 hatten Tantek Celik, Ryan King (sicher) und evtl. Chris Messina und/oder Andy Smith (nicht mehr ganz sicher) auf der Heimfahrt von einer Veranstaltung die Idee, eine ähnliche, allerdings für alle offene Veranstaltung ins Leben zu rufen.

Hintergrund war, dass Tantek Celik seine Einladung für das Foo Camp noch nicht erhalten hatte, an der er in den Jahren zuvor teilgenommen hatte. (hier die ganze Story).

  Exkurs: Schluss mit der Verwirrung um den Namen!

Foo = Friends of O’Reilly
Foo und Bar = Platzhalter Programmiersprachen, Erklärung hier

Die Namen Foo Camp und BarCamp sind eine Kette doppeldeutiger Wortspiele. BarCamp ist als der Oberbegriff der Barcamp Bewegung anzusehen. Es gibt Abwandlungen wie DemoCamp, HealthCamp, WineCamp etc., allen gemeinsam ist jedoch, dass sie den wenigen Regeln des BarCamp folgen. BarCamp sieht sich nicht in Konkurrenz zu Foo Camp.
 

.

Der Gedanke reifte in den Köpfen und nach einigen Wochen wurde er in die Tat umgesetzt. BarCamp war geboren. Die erste Veranstaltung fand in den Räumen von SocialText in Palo Alto vom 19.-21 August 2005 statt. Kalifornien war einmal mehr die Geburtsstätte einer Idee .

Von diesem Tag an trat die BarCamp Bewegung einen unglaublichen Siegeszug um die Welt an. Innerhalb kürzester Zeit verbreitete sich die Idee. Im ersten Jahr waren es 5, 2006 fanden bereits 87 Camps auf allen nahezu Kontinenten statt. Eine Ende ist nicht abzusehen. Man hatte mit diesem Format offenbar einen Nerv getroffen.

Es fanden im deutschsprachigen Raum bis heute BarCamps in Berlin, Zürich, Wien, Köln, Nürnberg und Klagenfurt statt. Weitere sind bereits in Planung.

Organisation und Ablauf

Barcamps werden von Enthusiasten für Enthusiasten organisiert, die in einer offenen Umgebung lernen und Wissen weitergeben möchten. Es sind sehr intensive und anstrengende Veranstaltungen, alleine schon durch die Menge an Informationen die zu bewältigen ist. Es gibt ähnliche Konzepte wie OpenSpace, die jedoch stärker strukturiert sind.

Im Vorfeld wird die Organisation in einem Wiki vorgenommen. Hier finden sich alle relevanten Informationen und es kann und wird von allen Teilnehmern kollaborativ gepflegt, erweitert und geändert.

BarCamps leben von ihren Teilnehmern. Es gibt keine Planung im Vorfeld, keine Einladungen und keine festen Redner. Sessions werden nach einer kurzen Einführungsrunde, bei der sich jeder kurz vorstellt und drei Tags gibt, abgestimmt. Diejenigen Teilnehmer die eine Session leiten möchten, stellen das Thema am Morgen kurz vor, per Aufzeigen wird die Zahl der Interessenten ermittelt und ein passender Raum zugewiesen. Es laufen immer so viele Sessions gleichzeitig wie Räume zur Verfügung stehen. Die Sessions sind in der Regel 30 Minuten lang, man kann aber einen zweiten Slot belegen. Alle Teilnehmer sind gehalten, die Sessions aufzuzeichen, darüber zu bloggen oder in einer sonstigen Form der Allgemeinheit zugänglich zu machen.

Gewöhnlich werden die Events vollständig von Firmen gesponsert, das beinhaltet zur Verfügung stellen von Räumen, Internetzugang, Mahlzeiten etc., aber auch zum Teil Übernachtungsmöglichkeiten in den Veranstaltungsräumen. Viele Firmen haben den Wert für sich erkannt diese Open Source Veranstaltungen zu unterstützen. Der Zutritt ist für die Teilnehmer frei.

BarCamps haben in den USA, insbesondere in Kalifornien eine stark lokal geprägte Ausrichtung. Das liegt einerseits daran, dass es wohl eine größere “kritische Masse” gibt, d.h. dass mehr Gründer, Programmierer, Geeks etc. an einem Ort konzentriert sind, zum anderen weil man in den USA einfach besser vernetzt ist. Tim Bonnemann, Deutscher Projektmanager und Mitinitiator des ersten deutschen BarCamps in Berlin, der derzeit in San Jose weilt, hat mit seinem ebenfalls erfolgreichen Webmontag-Konzept erreicht, auch in Deutschland die Vernetzung sowie den transatlantischen Austausch zu fördern. Webmontage finden regelmäßig in vielen Städten statt, unter anderen auch in San Francisco unter gleichem Namen. Auch in SecondLife trifft man sich mittlerweile zu Webmontagen.

Personen

Die sichtbarsten Personen der Bewegung sind Chris Messina und seine Lebensgefährtin Tara Hunt. Sie geben der Bewegung das Gesicht und werden oft auf BarCamps überall auf der Welt gesichtet. BarCamps gehören jedoch allen, allen die bereit sind Wissen weiterzugeben und sich auf verschiedene Weise in die Bewegung, d.h. als Teilnehmer einzubringen.

The Rules of Bar Camp

Es gibt nur sehr wenig Regeln, die es sich jedoch empfiehlt einzuhalten. Sie halten das Konzept zusammen und sind ursprünglich als Parodie auf den Regeln des Films “Fight Club” entstanden.

  • 1st Rule: You do talk about Bar Camp.
  • 2nd Rule: You do blog about Bar Camp.
  • 3rd Rule: If you want to present, you must write your topic and name in a presentation slot.
  • 4th Rule: Only three word intros.
  • 5th Rule: As many presentations at a time as facilities allow for.
  • 6th Rule: No pre-scheduled presentations, no tourists.
  • 7th Rule: Presentations will go on as long as they have to or until they run into another presentation slot.
  • 8th Rule: If this is your first time at BarCamp, you HAVE to present. (Ok, you don’t really HAVE to, but try to find someone to present with, or at least ask questions and be an interactive participant.)

Links:

  • BarCamp.org
  • BarCamp auf Wikipedia
  • Erstes BarCamp , Ankündigung auf Upcoming
  • Vergangene Camps
  • Rules of Barcamp
  • Ten Steps to Organizing a Barcamp englisch / deutsch
    by Chrystal Williams aka clever, Clevergirl
  • Definition bei lexikon2

Personen (vollkommen unvollständig)

  • Tim O’ Reilly
  • Chris Messina
  • Tantek Celik
  • Andy Smith
  • Ryan King
  • Tim Bonnenmann

Logo/Original Logo

  • Über das Logo/Downloads
  • Lizenz für Barcamp Logo

Videos:

  • Vom ersten Barcamp in SF am 24/25.06.2006
    (u.A.mit Tantek Celik, Ryan King und Tara Hunt)
  • Tara Hunt and Chris Messina (über Barcamp in der 2. Hälfte)

Podcasts

  • pl0gcast #03 – barcampcologne telefon interview special
    Stimmen zum Barcamp Cologne

Lesenswerte Artikel:

  • Chris Messina: Why BarCamp is a Community Mark

Mein Lieblingslogo by whurleyvision

Woher ich das alles weiß?

Ich selbst habe das erste Barcamp in China, das am 24.09.2006 in Shanghai stattfand mitorganisiert und das zweite Barcamp in Deutschland in Köln am 25. und 26.11.2007 initiiert und war wiederum Mitorganisator des BarCampFrankfurt. In letzter Zeit kamen BarCampCologne2, BarCampBeijing, BarCampShanghai2 und BarCampMunich hinzu.

Hier Flickr-Photos von Shanghai und Köln.

Technorati Tags: barcamp, barcampch, barcampcologne, barcampfrankfurt, barcampnuremberg, foo camp

Category: artikel in deutsch, barcamp Tagged: barcamp , barcampch , barcampcologne , barcampfrankfurt , barcampnuremberg , foo camp

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130 Responses to Was ist eigentlich BarCamp?

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  2. Pingback: Webworkblogger

  3. Pingback: BarCamp Switzerland » Blog Archive » Was ist eigenltlich ein BarCamp? - von Franz Patzig

  4. Pingback: Basic Thinking Blog » Barcamp oder OpenSpace

  5. Pingback: You do talk about Bar Camp ↵ BETALOG

  6. Antworten

    Tim | 14. Februar 2007 at 21:41

    Sehr gute Zusammenfassung.

  7. Antworten

    assbach | 14. Februar 2007 at 22:41

    Top-Artikel! Sehr geil.

  8. Pingback: Beobachter Blog » links for 2007-02-16

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  14. Antworten

    oLiGaRcH | 21. März 2007 at 13:04

    Zeitreise? ;-)

    “das am 24.09.2007 in Shanghai stattfand”

  15. Antworten

    Franz Patzig | 21. März 2007 at 13:07

    Danke, wird sofort geändert :D

  16. Antworten

    oLiGaRcH | 21. März 2007 at 22:54

    Ich kann mich ansonsten den Vorrednern nur anschliessen. Interessanter Artikel.

    Danke für die Veröffentlichung hier.

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  20. Antworten

    Excellence-Blog | 5. April 2007 at 19:24

    Nun gut, wenn ich bei meinem ersten BarCamp präsentieren muss, dann werde ich das dann wohl in auch in Frankfurt tun ;-)

  21. Antworten

    Franz Patzig | 5. April 2007 at 19:55

    Naja, in den regeln heisst es:

    8th Rule: If this is your first time at BarCamp, you HAVE to present. (Ok, you don’t really HAVE to, but try to find someone to present with, or at least ask questions and be an interactive participant.)

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  35. Antworten

    Julius Firl | 12. Juni 2007 at 12:54

    http://juland.net/2007/06/barcamp-hamburg-2007/

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  48. Antworten

    markus | 27. August 2007 at 09:08

    Eine super Zusammenfassung! :-)

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  50. Antworten

    falballa | 28. August 2007 at 19:05

    ach, ist das super…ich liebe diese selbstgeblasenen pustekuchen und wortspiele, natürlich ist es der gedanke, freie kommunikation, freies wissen und keine begrenzungen. wir alle sind der anfang und ich bin sooo gespannt, ich bin auch dankbar, für die vielen berichte, filmchen und meinungen im netz. für umsonst, sehr gut…

  51. Antworten

    Franz Patzig | 28. August 2007 at 19:51

    Hä?

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  87. Antworten

    Wilhelm Ruprecht Frieling | 17. April 2009 at 18:07

    Hoch interessant für einen Barcamp-Novizen!

  88. Pingback: Hampas Blog

  89. Pingback: Was ist ein Barcamp? « Bcbs09

  90. Antworten

    Philip May | 8. Juni 2009 at 08:56

    Super Artikel.
    Danke für die gelungene Recherche und Zusammenfassung.

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  94. Antworten

    Eniak | 29. Oktober 2009 at 16:35

    Vielen Dank für die sehr ausführliche und interessante Zusammenfassung!

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  99. Antworten

    Hannes Jähnert | 27. März 2010 at 20:33

    Hallo zusammen, vielen herzlichen Dank für diese tolle Erklärug. Zusammen mit einer Kommilitonin führe ich gerade ein Forschungsprojekt zu Wissenstransfer aus der SocialBar in Berlin durch. Dafür gilt es natürlich auch den aktuellen State-Of-The-Arts in der Diskussion um die Frage, was den ein BarCamp eigentlich ist, zu klären. Hierfür wird dein Beitrag sicher seeeehr nützlich sein. Vielen Dank — ein Trackback wird sicher bald folgen.

  100. Antworten

    Bastian Scheefe | 26. Mai 2010 at 11:17

    Moin Franz,

    Deine BarCamp-Definition ist ja quasi-Standard geworden und wird bei diversen BarCamps immer wieder den Neulingen gegenüber angeführt.

    Für das Hamburger UrbanCamp möchten wir den Teilnehmern auch gerne eine Defition des Ganzen mit an die Hand geben, da bei diesem Barcamp viele Neulinge dabei sein werden, die sich unter einer Unkonferenz nichts vorstellen können.

    Da uns Deine Defition so gut gefällt, habe ich Deinen Text wie von Dir vorgeschlagen verwendet und einen Link hierauf gesetzt, falls Du noch Änderungen vornimmst ;)

    Viele Grüße,
    Bastian Scheefe
    –
    UrbanCamp-Orgateam, Hamburg

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  111. Antworten

    konrad erzberger | 25. November 2011 at 00:56

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