Die Admins in der Wikipedia nerven mich – heute: BarCamp

Am letzten Wochenende hat Robert Basic einen Tweet von mir aufgegriffen, bei dem es um die Editier-Kriege Diskussionen in der Wikipedia geht. Da balgen sich ernsthafte Kontributoren und Rechthaber, Gutmenschen, Selbstdarsteller, Heulsusen, Blockwarte etc., “um der Katz ihr Schwanz”, wie das meine Urgroßmutter auszudrücken pflegte.

Wie sehr einem ein solches Gehabe auf den Geist gehen kann, zeigt für mich leider der Artikel über Barcamp in der deutschen Wikipedia. Der ist im Laufe der Zeit so richtig schön “hingerichtet” worden, zu guter letzt hat noch einer der Admins die externen Links entfernt, nicht ohne auf die Wikipedia-Regeln zu verweisen die er eigen interpretiert.

Ebenfalls nebenbei gesagt, hat genau dieser Admin vor kurzem auf der Startseite von barcamp.org sämtliche deutschen Termine gelöscht und sie woaders hin verfrachtet,und die dann nicht mehr im hCalender erschienen (ein Microformat Standard, der das abonnieren von Terminen möglich macht).

Irgendwie ein Dilemma: So wie der Artikel bisher war, organisch gewachsen, hat er gelebt und vernünftige externe Verlinkungen gehabt, die ein viel besseres Bild gezeichnet haben, als das was aktuell in der Wikipedia übrig geblieben ist. Ich will hier nicht vergessen, dass mein eigener Artikel unter den externen Verlinkungen war, allerdings auch das hervorragende Video von Mario Sixtus, ein Artikel von Chris Messina (der zu den Gründervätern der Bewegung gehört) usw. Völlig idiotisch sowas (selbst mit Hinweis auf die Richtlinien für Weblinks) zu löschen.

An diesen Richtlinien nervt mich besonders dieser Passus unter Punkt 2:

Keine Links auf Newsgroups, Online-Foren, Social Networks oder Weblogs. Diese bieten zwar mitunter weiterführende Informationen, sind jedoch in der Regel keine Quellen, die als Grundlage für Wikipedia-Artikel tauglich sind.

Aha, das traut man Bloggern und Social Network Usern also zu. WTF! Ich sehe das anders …

Der BarCamp Artikel macht deutlich: Admin zu sein bedeutet leider nicht immer Sachverstand. Wenn man ausschließlich nach dem starren Regelwerk entscheidet und nicht, ob eine externe Verlinkung Sinn macht, dann leidet die Qualität. Schade um den schönen Artikel.

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9 Responses to “Die Admins in der Wikipedia nerven mich – heute: BarCamp”


  1. 1Roman

    Ja, das ist sehr ärgerlich, zumal die Entscheidung nicht auf Sachverstand fusst. Es zeigt mir aber einmal mehr, dass es eben noch mehr Blogs braucht, die wertschöpfende Inhalte produzieren. Und zwar in der Weise, dass es dem Leser egal ist, es sich dabei um ein Blog, ein Forum oder um eine klassische Website mit “Mitsprache-Funktion” handelt.

    Hier wird erneut das Gefäss mit dem Inhalt verwechselt. Anhand des Gefässes beurteilt man den Inhalt. Waren die Blogs doch in der Vergangenheit – und auch zum Teil heute noch – vor allem Ablagen, um seine persönlichen Meinungen in einer dezidierte Form abzulegen, wachsen sie nun eher Richtung Inhalt, der Mehrwert liefert – teilweise in Verbindung mit einer persönlichen Ansicht. Wollen wir als Blogger Relevanz erzeugen, müssen wir auch Relevantes schreiben. So einfach ist das – und doch so schwierig. Aber es gibt schon etliche, die uns das vormachen, so auch der Franz zu Preussen ;-)

  2. 2Thomas Kiwispotter

    Meine Beiträge bei advisign sind auch bei der Wikipedia verlinkt, obwohl sie Blogbeiträge waren. Von der Richtlinie hatte ich bisher k.A., aber da hilft vielleicht der Rat, dass Richtlinien, eben Richtlinien und keine Gesetze sind. Aber leider gibt es mehr Regelliebhaber als es einem lieb ist.

    Ich empfehle ein paar Semester Jurastudium, um Regeln kritischer zu sehen. Zuerst zweifeln, dann befolgen bitte. ;)

  3. 3Lars

    Das Regeln für das Erstellen und Editieren von Einträgen notwendig sind, ist ganz klar. Jedoch sollte sich ein so dynamisches Projekt auch in seiner Reglementierung dynamisch halten.

    Wie man dies bei einem so großen Projekt schafft ist mir jedoch auch noch nicht vollkommen klar.

  4. 4Simon

    Man muss sich nur mal zwei Tage die Liste der Löschanträge und die dortigen Diskussionen anschauen, dann fühlt man sich wieder an Hans-Jochen Vogels(?) Spruch erinnert: “Fachkenntnis ist zwar manchmal störend, aber dennoch hilfreich.”

    Bei manchen Sachen spielen die sich auf, als würde der WP-Webspace zu Mobilfunkprovidertarifen eingekauft werden.

  5. 5Zippo

    “Rechthaber, Gutmenschen, Selbstdarsteller, Heulsusen, Blockwarte”
    Bravo! Meines Erachtens eine 100% treffende Kategorisierung der Wipipedia-Admins!

    Viele Grüße von Zippo!

  6. 6Thomas Reintjes

    Wikipedia verbietet absurderweise auch Links auf andere Wikis. Die Informationen dort können sich ja schließlich jederzeit ändern…

  7. 7werewolves

    “ADMINS nerven”
    Dilettantismus nervt immer. Daher diese Blockwarte ignorieren: http://www.berlin-magazin.info/blockwart.html

  1. [...] Franz Patzig hat sich auch der Edit-Auswüchse bei der Wikipedia angenommen, verweist beispielhaft auf den Eintrag über Barcamps. [...]

  2. [...] vor 3 Tagen schon einmal beschrieben (hier und hier), halte ich den BarCamp-Artikel in der deutschen Wikipedia für kaputt redigiert. Zum [...]

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