BarCampMunich – mein Fazit
BarCampMunich – wo fange ich an? Es war wieder ein wunderschönes, interessantes Wochenende, ich habe viel gelernt, nette neue Leute kennengelernt und wir haben bestimmt ein paar neue BarCamp-Jünger in unseren Reihen.
Andere (Bundes)länder, andere Sitten?
Eigentlich war ich im Vorfeld etwas genervt. Nachdem wir bereits verschiedene BarCamps im Westen, Norden und Osten hatten, kam aus der Münchner Ecke (wo man doch einiges an Potential erwarten darf) nichts – Funkstille. Dabei dürfen wir Nürnberg nicht mitrechnen, denn sonst werden die Franken ja auch nicht zu Bayern gezählt. Aus diesem Grund habe ich mich mit Joerg Battermann kurzgeschlossen. Der Anruf dauerte ungefähr drei Minuten bis wir uns einig waren in München gemeinsam ein BarCamp zu organisieren. Die Zusammenarbeit mit Joerg war einfach spitze, denn unser Verständnis von BarCamp und des Spirit der dort herrschen sollte ist 100% deckungsgleich.
Die Gründe für meine Genervtheit lagen hier bei der Mitmachbereitschaft der Teilnehmer südlich des Weißwurst-Äquators im Vorfeld. Mehrere Aufrufe zum Mitmachen verhallten ungehört. Man kann euch zu Gute halten, dass es alles neu war für euch Bayern, auf anderen BarCamps wart ihr ja auch deutlich unterrepräsentiert, während der Rest der Republik immer wieder in hektische Reisetätigkeit verfällt wenn es zu einem Camp geht.
Ich denke aber dass sich das jetzt ändern wird. Nun wisst ihr ja wie es geht und dass ein BarCamp von seinen Teilnehmern lebt – auch im Vorfeld.
Natürlich gilt das nicht für alle. Wir haben schon Hilfeangebote bekommen, aber eben nicht in dem Maße, wie wir es sonst gewohnt waren. Letztendlich hat uns der Einsatz eines Teilnehmers noch zur Party verholfen
Geeking
Die Veranstaltung selbst fand ich einfach wieder rundum gelungen. Alle Teilnehmer (auch der erfrischend hohe Anteil an “Neuen”) haben ziemlich schnell verstanden, um was es bei der Veranstaltung geht. Waren einige am ersten Tag noch unsicher, wurden von gerade denen am zweiten Tag schon ad-hoc Sessions angeboten. Das ist BarCamp und ich habe mich sehr darüber gefreut, als sich jemand bei mir bedankte, ihn förmlich dazu gedrängt zu haben.
Ansonsten war die Anzahl der Sessions für meinen Geschmack noch etwas niedrig, in Köln hatten wir mit einer ähnlich hohen Anzahl von Teilnehmern achtzig Sessions, in München kamen wir auf ca. fünfzig. Ich bin aber sicher, dass sich das bei BarCampMünchen2 ändern wird und die Teilnehmer dann auch hier in den Genuss der hohen Schlagzahl kommen, die die Veranstaltung dann richtig spannend machen, Entscheidungen fordern und man von der Masse der Informationen fast erschlagen wird. Die Intensität kann also noch deutlich gesteigert werden.
Über Location, Catering usw. braucht man wohl nichts viel zu sagen, ausser dass alles perfekt war. Da hat alles gestimmt, das Catering war einfach super und sehr nett und am Sonntag Abend bin ich schon auch nicht mehr in die falsche Richtung im Haus gelaufen (Dreiecke können doch kompliziert sein). Grosser Dank gilt hier Cisco, die uns sämtlich Probleme im Vorfeld aus dem Weg geräumt haben. Namentlich sind hier Sabine Lobmeier und Torsten Muth zu nennen, die wirklich auf jeden Vorschlag den wir hatten eingegangen sind und es wenn es möglich zu machen war auch getan haben und, was auch sehr wichtig ist, verzichtet haben irgend einen Einfluss auf die Veranstaltung selbst nehmen zu wollen. Dafür haben sie meinen Respekt, denn das ist keine Selbstverständlichkeit.
NoShows
Auf einigen Blogs wie hier bei Robert, Marc, Tim, Jan, Guido, Roman, Kai etc. ist das Problem schon eingehend behandelt worden. Ich kann nur eine Zitat von Nicole Simon hinzufügen:
Eigentlich ist es ein Privileg an einem BarCamp teilnehmen zu dürfen
Recht hat sie! Von einigen wenigen abgesehen, die wirklich aus persönlichen Gründen nicht erscheinen konnten, gibt es für dieses Verhalten keine Entschuldigung. Es ist einfach assozial. Ich bin nach wir vor der Meinung, dass man es durch Einsicht und Appelle regeln kann, aber meine Stimmung ist langsam am kippen. Ich habe einfach keine Lust mehr ca. 500 Essen wegzuschmeissen, weil sich einige nicht benehmen können. Bei Camps an denen ich beteiligt bin, wird es keine weitere Formalisierung geben, weil es einfach dem Grundgedanken der Bewegung widerspricht. Aber rechnet damit, dass demnächst ihr demnächst vielleicht keinen Platz mehr bekommt.
Sponsoren
Ich bedanke mich herzlich bei den Sponsoren, die die Veranstaltung wieder möglich gemacht haben. Einige haben wieder durch eigene Sessions geglänzt, keiner wollte Einfluss nehmen. Für BarCamps seid ihr die besten Sponsoren der Welt und dafür gebührt euch grosser Dank von allen, die da sein durften. Hier noch einmal alle:
- Cisco (Veranstaltungsort, Internet Access, finanzielle Unterstützung)
- Otto GmbH & Co. KG (finanzielle Unterstützung)
- LensAvenue (finanzielle Unterstützung)
- cellity (finanzielle Unterstützung)
- Spielerkabine.net (Customizing des Original BarCamp-Logos durch Paul Bellila)
- TechSmith (finanzielle Unterstützung)
- Saftblog (leckere Säfte
- healthy planet (Bio-Eis-Spezialitäten)
- JoinR (finanzielle Unterstützung)
- Mountain Partners AG (finanzielle Unterstützung – last minute für die Party)
Fazit
Es hat wieder Spass gemacht, es war interessant, gute Sessions, guter Spirit. Für München war es der Anfang und ich hoffe es werden noch einige, ähnliche Veranstaltungen folgen.Dank an alle Teilnehmer!
Technorati Tags: barcamp, barcampmunich, münchen


Franz, nur eins, “Word” zu allem, Du bist ein verdammter Rocker, ebenso Jörg und alle finanziell und inhaltlich Beitragenden! Hast mir richtig leid getan, als Du etwas gesmashd am Sonntag an der Wand lehntest, hoffe Dir geht es wieder besser. Einen passenden Gedanken zu Nicoles statement fand ich noch bemerkenswert, atm keine Ahnung in welchem Kommentar der Debatte er stand, aber sinngemäß: Wer weiss wie lange noch Sponsoren etc. Barcamps und damit die “Szene” hierzulande und anderswo stützen können und wollen …
Das mit den NoShows tut mir schon immer leid, aber ansonsten kann ich euch beiden nur ein “Yeah! You rock” mitgeben. Viele viele Leute denen die Barcamps neue Wege eröffnen, neue Gedanken mitgeben und ganz viele neue gute menschliche Kontakte.
Vielleicht in Zukunft einfach überbuchen ohne etwas zu sagen und Essen unterbuchen ( zu einem spontanen Pizzasponsoring wenn das Essen dann nicht reicht bin ich und sicher auch viele andere immer bereit ).
ja, es war ein brauchbares barcamp. aber ein paar anmerkungen:
> kam aus der Münchner Ecke nichts – Funkstille.
offensichtlich mit den falschen leuten gesprochen. wo waren die burda/focus leute?
> mehrere Aufrufe zum Mitmachen verhallten ungehört.
wo waren diese aufrufe denn zu finden? wenn mir nicht frau simon persönlich eine mail geschickt hätte wüsste ich bis heute nichts vom barcamp münchen.
zu den no-shows kann ich nicht viel sagen – ich finde es auch schade wenn gutes essen (und es war für so eine veranstaltung gut) weggeschmissen wird. aber so eine veranstaltung parallel zum letzten wies’n wochenende zu legen war aus vielerelei gründen extrem ungeschickt.
mal sehen was beim bcm2 passiert.
a) Vielen Dank, dass Du es “brauchbar” fandest. Wenn du allerdings nichts von einem BarCamp wusstest, bewegst Du Dich vielleicht in falschen Kreisen. Es wurde in Upcoming, Wevent und mindestens dreissig Blogs bekannt gegeben.
b) Was hat das mit Burda/Focus zu tun? Die Aufrufe galten allen – mehrfach über Blogs, im Wiki und per Rundmail kommuniziert
c) Was hat das mit dem Wiesn Wochenende zu tun? Diejenigen die immer dabei sind, haben es auch dieses mal geschafft. Sogar mit annehmbaren Hotelpreisen. Das auf dieses Wochenende zu legen war volle Absicht. Jeder wusste das und hatte Zeit sich es zu organisieren.
zur beantwortung deiner fragen
a) Vielen Dank, dass Du es “brauchbar” fandest. Wenn du allerdings nichts von einem BarCamp wusstest, bewegst Du Dich vielleicht in falschen Kreisen. Es wurde in Upcoming, Wevent und mindestens dreissig Blogs bekannt gegeben.
holla, oba vom gas. 30 blogs? also in den für münchen relevanten blogs war davon nichts zu lesen. und in der presse war überhaupt nichts.
b) Was hat das mit Burda/Focus zu tun? Die Aufrufe galten allen – mehrfach über Blogs, im Wiki und per Rundmail kommuniziert
naja, zumindest sind burda/focus in münchen eine der größeren hausnummern wenn es um online medien geht (medientage, dld). und ich weiß von mindestens 2 leuten aus der ecke, die schon länger mit der idee schwanger gehen, ein barcamp zu veranstalten.
c) Was hat das mit dem Wiesn Wochenende zu tun? Diejenigen die immer dabei sind, haben es auch dieses mal geschafft.
“diejenigen die immer dabei sind” – das kann ja wohl nicht die einzige zielgruppe sein, oder? tatsache ist, dass während der wiesn sowohl anreise als auch unterbringung sehr wohl ein problem sind. wir hätten normalerweise ein sofa für externe gäste freigehabt, aber in dieser zeit…
wenn du weißt wie solche anmeldungen zu ablaufen: “ach da ist ein event, gleich mal anmelden. liegt eigentlich ungünstig, aber vielleicht klappts ja. am tag der veranstaltung: ach ne, gestern oktoberfest, das pack ich heute nicht, eine session abzuhalten.”
anyway, ich wollte ja eigentlich nur eine konstruktive kritik hinterlassen.
p.s. wo findet man eigentlich die fotos von der fotografin, die den ganzen tag genervt hat?
An Andreas:
Barcamp war ausgebucht, was hat also der Umstand das Leute sich nicht rechtzeitig abgemeldet haben und einfach nicht gekommen sind mit den Münchner Blogs zu tun ?
Das mit der Wiesn war zugegeben nicht die beste Wahl aber beim nächsten mal ist jeder schlauer und eigentlich ist es auch kein Argument einfach nicht zu kommen (insbesondere waren viele nicht aus München). So viele Unterkunftsanfragen waren auch nicht im Wiki.
Da bleibt nur noch zu sagen: Danke für die Organisation eines tollen und inspirierenden Wochenendes. Es war mein erstes BarCamp und sicher nicht mein letztes. Einen neuen BarCamp-Jünger habt ihr mit mir auf jeden Fall gewonnen (soweit Fernstudium und Entfernung nicht zu sehr dagegen stehen). Ich habe Joerg auch schon meine Unterstützung für das nächste Nürnberger BarCamp angeboten, wenn es was zu Helfen gibt. Und beim nächsten Mal traue ich mich auch, eine Session anzubieten.
Andreas trifft da vielleicht (vermutlich) einen ganz interessanten Punkt. Eventuell gilt es aufzupassen, dass sich BarCamps in Deutschland nicht zu sehr zum “Closed Shop” entwickeln, dass durch die schnelle Verteilung der Plätze innerhalb nur weniger Stunden (!) ab Ankündigung neuer Termine neue Teilnehmer “unter dem Strich” aussen vor gehalten werden. Und es ist zwar schön, wenn BarCamps auf den üblichen 2.0er-Verteilern angekündigt werden (”mehr als 30 Blogs”) – aber vielleicht ist es ja an der Zeit noch ein wenig mehr zu versuchen, auch andere Kanäle zu nutzen.
Nichtsdestotrotz: eine schöne Veranstaltung, und gerade dieses Mal mit bemerkenswert vielen neuen Gesichtern. Vielen Dank, Franz, einmal mehr für Dein Engagement.
Henning, bisher ist es immer gelungen, die Schnittstellen abzuholen. Es gibt eine Szene, das ist hier so und anderswo. Speziell bei den Münchnern ist es aber gerade schwierig gewesen – obwohl auch Münchner darüber geschrieben haben. Das lässt sich bei den ersten Einträgen bei Technorati mit den Keywords barcamp + münchen gut nachvollziehen.
Jeder darf sich beteiligen, ein BarCamp ist eine gemeinschaftliche Anstrengung. Jeder kann und darf andere darauf aufmerksam machen. Ich zieh mir einfach manche Schuhe nicht an, wie ungeschickte Platzierung – Oktoberfest war Absicht, um eben mehr lokale Teilnehmer anzusprechen und andere davon abzuhalten. Teilweise gelungen. Wenn wir nicht die Initiative egriffen hätten, würde Bayern immer noch auf sein BarCamp harren. Motzen lässt sich immer leichter als machen.
Und @Andreas: Burda war da, mit mehreren Leuten.