Die Macht der Blogger und Communities – Mai 2007 – Monat der Lehrstücke

Wenn es jemals deutlich wurde, dann diesen Monat: Blogger und Communities sind zu einer Macht herangereift. Drei Beispiele, alle aus dem Monat Mai 2007, machen das deutlich:

  1. Die User von Digg zwingen die Betreiber, Einträge mit einen geknackten DVD Code mit nicht mehr zu zensieren und ungeachtet aller rechtlichen Konsequezen auf der Seite erscheinen zu lassen. Die Betreiber vollziehen einen Kotau.
  2. Bei Flickr geht ein Aufschrei durch die Community und durch die Blogosphäre, weil Einträge gelöscht werden, die einen Diebstahl von Fotos öffentlich machen. Der Mitgründer von Flickr entschuldigt sich.
  3. Apples Börsenwert fällt um 4 Milliarden $, weil ein bekanntes Blog über eine Mail aus dem Apple Mailsystem berichtet, die sich im Nachhinein als Falschmeldung entpuppt. Hier

Man kann die einzelnen Fälle bewerten wie man will. Klar ist: Wer Blogs und große Communities ignoriert, kann sich mächtigen Ärger einhandeln oder sogar sein Geschäft bedroht sehen.

Bei Digg und Flickr zeigt sich, dass die Unternehmen immer noch kein Rezept gefunden haben, wie mit Communities umzugehen ist, wenn es irgendwo raucht. Wenn man sich hier falsch verhält, brennt es ganz schnell – und im Fall Digg hat sich gezeigt, dass man auch nicht mehr löschen kann, hat man erst genug Öl ins Feuer gegossen (wenn auch nur aus Unvermögen mit der Situation umzugehen). Bei Flickr hat der CEO irgendwo aus der Wüste auf der Heimfahrt vom Urlaub seine Entschuldigung auf einen Treo kritzeln müssen, um schlimmeres zu verhindern.

Bei Geschäftsmodellen, bei denen der User integraler Bestandteil desselben ist, können Zensur, Löschung und ähnliche Verhaltensweisen nur noch letzte Wahl sein. Man muss sich mit seiner Community beschäftigen, ihr zuhören und mit ihr kommunzieren. Das ist der Preis, den Unternehmen dafür zahlen aber auch gleichzeitig die Chance. Die hohe Kunst ist es, alles in einer für beide Seiten erträglichen Balance zu halten und gegebenenfalls auch einmal eine Kröte zu schlucken. Die User haben gezeigt, dass sie gnadenlos sind.

Kommunikation mit den Kunden, Bloggern und Communities ist sowieso wichtiger denn je. Wäre dieser Crash auch passiert, wenn man bei Apple hoffen dürfte, dass man eine prompte Antwort auf eine dringende Anfrage bekommt? Eher nicht. Aber Apple hüllt sich gerne in Schweigen und ignoriert alles, was ihnen nicht wichtig erscheint (z.B Blogger). Hoffentlich haben die es jetzt auch kapiert.

Unternehmen müssen endlich verstehen, dass ihre Kunden, Nutzergruppen und Communities eine Stimme haben. Die Machtverhältnisse verschieben sich. Die Zeit der Ignoranz ist endgültig vorbei, als hätte es Robert voraussgesehen

Hoch lebe der Mai 2007 (und er ist noch nicht zu Ende)

Update: Einen Monat später und Flickr tut es wieder. Mein Beitrag dazu bei pl0g.de

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2 Responses to “Die Macht der Blogger und Communities – Mai 2007 – Monat der Lehrstücke”


  1. [...] Hätte mir einer vor 2-3 Jahren erzählt, dass Blogs zu derartigen Kapitalmarkteinflüssen fähig sind, hätte ich ihn ausgelacht. So schweige ich lieber. Weitere Gedanken mit weiteren Beispielen dazu bei FranzToo: Die Macht der Blogger und Communities – Mai 2007 – Monat der Lehrstücke [...]

  2. [...] Die Macht der Communities [...]

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