Blogger Tobias Battson wehrt sich gegen Abmahnung
Tobias Battson, Betreiber des Weblogs [to]be ist vo der SoFina GmbH, Betreiber der Internetauktionsplatform Telebid, mehrfach abgemahnt worden. Auslöser dafür war ein Artikel auf [to]be, in dem sich der Autor nach eigenen Angaben “das Konzept von Telebid sowie die Intelligenz der Teilnehmer verhöhnte.”
Telebid antwortete mit 5 Abmahnungen, Streitwert 90.000 €, und den üblichen Vorwürfen solcher Abmahnungen.
Ich bin kein Jurist und kann mir daher auch kein Urteil anmaßen. Ich musste mich allerdings auf die Seite de Bloggers schlagen, nachdem ich seinen ausführlichen Artikel gelesen hatte (der Artikel um den es eigentlich geht ist mir auch bekannt) und selbst etwas Recherche betrieben habe.
So finden sich im Netz zahlreiche Erfahrungsberichte, die von der Benutzung der Plattform abraten. Man kann vielleicht anehmen (wollen), dass diese Artikel von frustrierten Usern stammen, die ihrem Ärger über das Nicht-Gewinnen von Aktionen Luft machen und diejenigen, die mit der Platform zufrieden sind in Glückseligkeit schwelgen und schweigen. Die Aussagen sind jedoch vielfach sehr gut begründet. Beispiele: Hier, hier, hier, hier und hier.
Was mich jedoch wundert ist jedoch die Dummheit der Firmen und ihr Unvermögen mit Netzöffentlichkeit umzugehen. Wie oben ja bemerkt, gibt es unzählige Negativeinträge bezüglich des Geschäftsmodells, das vielen als Abzocke und undurchsichtig erscheint. Keine der nach meiner Meinung “guten” Möglichkeiten, also entweder Aussitzen (Helmut Kohl hat ja vorgemacht wie das geht) oder in einen Dialog treten, wird genutzt. Stattdessen wird versucht mit einer lächerlichen Abmahnung einen einzelnen Blogger mundtot zu machen dessen Effekte wir ja kennen: eine große Aufmerksamkeit für die Firma in einem durchweg negativen Kontext und Robin Hood und/oder David/Goliath Orden für den Blogger.
Viele Firmen haben scheinbar immer noch nicht begriffen, dass die alten Konzepte nicht mehr greifen. Wann merket man endlich in den Firmenzentralen und Rechtsanwaltskanzleien, dass Individuen Stimmen haben die zudem noch einfach multiplizierbar sind? Die größte Überraschung für mich jedoch ist, dass sich netzaffine Unternehmen zu solche Harakiri-Aktionen hinreißen lassen. Man kann nur sagen: Selber Schuld und nix gelernt!
Vielen Dank übrigens für die neue Sau die man wieder durchs Dorf treiben kann. So begeht man heute Firmenselbstmord , was ich bei Telebid, nebenbei gesagt, nicht bedauern würde. Der Lernprozess für die Companies muss wohl tatsächlich noch ein paar Opfer kosten.
Ich wünsche Tobias Battson jedenfalls viel Glück und werde weiter darüber berichten (und vielleicht gründe ich eine Agentur für Krisenmanagement oder ein Suizid-Forum für Unternehmen).
Technorati Tags: abmahnung, sofina, telebid, tobias battson

1 Response to “Blogger Tobias Battson wehrt sich gegen Abmahnung”
[...] er. Andere können es natürlich gelassener sehen. Sie holen sich schon mal Popcorn und bedanken sich für “die neue Sau, die man wieder durchs Dorf treiben kann”. David gegen Goliath [...]