Tethering kann man nicht essen – T-Mobile vegrätzt Nutzer

Im Augenblick läuft gerade ein sehr interessantes soziales Experiment. Hintergrund ist die Sperre des iPhone durch ein Software-Update, um es nicht mehr als Datenmodem mit einem Computer nutzen zu können. iPhone Nutzer, die noch einen Vertrag der ersten Generation besitzen, sehen dadurch ihren Vertrag verletzt, denn in diesem Vertrag wird die Nutzung als Datenmodem nicht ausgeschlossen bzw. sogar ausdrücklich genannt. Genau kann man das beim lawlog nachlesen. Udo Vetter hat hier einen Brief an T-Mobile online gestellt.
Wahrscheinlich hat es unter der Oberfläche schon etwas länger gebrodelt, denn kaum jemand kann es nachvollziehen, warum man seine Datenflat mit einem Telefon nicht aber mit einem Computer verbrauchen dürfen soll. Jedenfalls wurde nach dem oben erwähnten Blogeintrag beim lawblog schnell eine kleine Petition an die Telekom gerichtet (die man zeichnen kann), sowie eine Facebook Gruppe gegründet, die am 4. Tag bereits über 2000 Mitglieder zählt. Es hat sich auch bereits jemand von T-Mobile in schönstem Konzern-Speak zu den Beschwerden geäußert, die auch per Mail an das Mobilfunkunternehmen herangetragen wurden und die in der Facebook Gruppe genüßlich zitiert werden. In einer Mail wird noch mit 39 Millionen Mobilfunkkunden geprahlt, an deren mehrheitlichen Kundenbedürfnissen man sich orientieren müsse usw.
Aus meiner Erfahrung bei der Beobachtung solcher Geschichten kann ich sagen, dass man sich bei T-Mobile hier gewaltig schneidet, falls man glaubt man könne dieses Problem aussitzen. Hier entsteht gerade eine neue Welle, die T-Mobile als PR-Tsunami überollen könnte. Schaut man sich die Mitglieder in der Facebook-Gruppe an, kann man sehen, dass sich hier eine selten anzutreffende Ansammlung von Netz-Multiplikatoren zusammengefunden hat. Ausserdem geht man bei T-Mobile immer noch fälschlicherweise von der Annahme aus, dass es die Kunden gibt. Besonders bei emotional aufgeladen Themen (+iPhone) gibt es aber für Unternehmen lediglich nur noch den Kunden, der mit ein wenig Aufwand z.B eine Facebook-Protestgruppe zusammengeklickt hat und, so er ausreichend vernetzt ist und ein Thema hat, das viele teilen und/oder nachvollziehen können, schnell eine lautstarke Truppe beisammen hat.
Im Augenblick wäre nach meiner Einschätzung durch eine sofortige Kehrtwende durch T-Mobile noch möglich, sich höchstens ein blaues Auge zu holen und das als erneutes Learning zu verbuchen. Wenn man noch ein bisschen wartet und irgendwelche Sprecher wiederum wurstige Antworten schicken geht es los – und nicht zu knapp.
PS: Wenn man dann davon auf Spiegel Online liest, dass die T-Mobile Kunden den Aufstand proben, dann ist es übrigens meistens zu spät
PS2: AGB sind kein Trost

Go, Franz, go!!!
Ich gehe nirgendwo hin. Trotzdem ich seit fast 20 Jahren Apple-Fanboy bin, hat mir die Preisgestaltung beim iPhone noch nie gefallen. Deshalb habe ich schweren Herzens bisher auf ein iPhone verzichtet.
Ich bin bei der Sache nur stiller Beobachter. Ausserdem benutze ich, weil ich mobiles Internet wirklich nur ein bis zweimal im Monat wirklich brauche, eine Fonic Prepaid-Karte, mit der ich am Tag für 2 Euro fuffzig 1GB Daten verbrauchen kann (also so ungefähr soviel Daten bis der Arzt kommt).
Danke für den Hinweis. Da bin ich doch gleich mal eingetreten.